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Scrum Master Tipps: Der Umgang mit „schwierigen“ Teammitgliedern in Scrum

EINLEITUNG

Scrum-Teammitglieder können „schwierig“ sein. Es gibt manchmal welche die nörgeln,  welche die generell denken alles besser zu wissen, welche die meinen „Scrum ist wieder so ein Modewort. Welche Sau wird als nächstes durchs Dorf getrieben?“, welche die bewusst nicht im Team arbeiten wollen, welche die einfach gar nichts machen und so weiter…

Natürlich wird in agilen Frameworks wie Scrum empfohlen das Problem auf den Tisch zu packen („Transparenz“) und mit Hilfe der Gruppe gemeinsam einen Lösungsweg zu finden („Selbstorganisation“, „Reflektion“, „Commitment“, „Mut“).

Jedoch kann dies auch nach hinten losgehen, die Person baut eine starke Abwehr auf, was das Konfliktpotenzial noch mehr erhöht („Druck erzeigt Gegendruck“), oder fühlt sich im Extremfall sogar gemobbt.

Natürlich, eine reflektierte, offene, reife  Person sollte kein Problem haben mit Unterstützung des Teams Lösungswege zu vereinbaren. Aber wenn die angesprochene Person solche Werte hätte wie gerade erwähnt, würde sie  kein Quengler, Querulant oder ähnliches sein.

SCHLAU MACHEN

Bevor wir die Konfliktsituation gleich ins Team geben, sollten wir uns vorher ein Bild verschaffen, WARUM unsere Kollegin oder unser Kollege so agieren. Durch diese Erkenntnis können wir herausfinden, was es braucht, damit das Teammitglied sich freiwillig ändert, sofern das Verhalten schlecht für das Team und die Teamergebnisse ist. Denn: Nicht jeder Konflikt oder jede „Störung“ muss auch gelöst werden.

WERTEARBEIT

Ich bediene mich zur „Motivforschung“ gerne der „Wertearbeit“.

Jeder Mensch wird von nur einigen wenigen Werten „angetrieben“. Tun wir etwas bei dem wir uns richtig wohl fühlen, bedienen wir unsere inneren Werte, fühlen uns gut dabei und schöpfen Kraft und Energie daraus. Viele Menschen betreiben Hobbys um Ihre Werte zu bedienen, weil diese in Ihrem Job  oft zu kurz kommen.

Tun wir etwas bei dem wir „so ein komisches Bauchgefühl“ haben oder uns richtig unwohl fühlen, dann arbeiten wir gegen unsere inneren Werte. Wir fühlen uns unwohl und verlieren Energie.

Jeder Mensch hat eine ganz eigenen Kombination innerer Werte die Ihn antreiben, sozusagen die inneren Richtungsgeber. Und da jeder Mensch ein individuelles Wertesystem hat, kollidieren diese oft miteinander.

Wenn wir also Kollegen haben die sich dauern querstellen, tun die dies, weil sie das in diesem Moment gut finden.  Sie bedienen in dem Moment einen oder mehrere Ihrer Werte. Das dies aber dann dummerweise den Werten anderer zu wieder läuft, passiert oft. Und somit haben wir viel Stoff für Konflikte.

Leider sind uns unsere Werte in der Regel oft nicht bewusst, oder wir denken sie zu kennen, jedoch kennen wir nur einen „Überbegriff“ und nicht die tatsächlichen Werte.

Wenn wir diese Werte nun kennen lernen, verstehen wir plötzlich auch warum wir in vielen Situationen so sind wie wir sind und haben damit das Potenzial uns eigenverantwortlich und bewusst weiterentwickeln zu können.

Also hilft es ungemein die Werte der Person, die als „schwierig“ gilt, zu kennen, um zu sehen, warum sie so handelt wie sie handelt.  Wir können keine Menschen dauerhaft ändern, das muss von der Person selber gewollt sein. Um dies jedoch zu unterstützen, haben wir, mit der Kenntnis ihrer Werte, die Möglichkeit aufzuzeigen, wie  auch ein geändertes Verhalten diese Werte bedienen könnte. Und was sich gut anfühlt, wird eben gerne getan – also der erste Schritt zur Änderung.

PRAXIS

Um nun die personenbezogenen Werte herauszufinden, gibt es einige Möglichkeiten. Eine der effektivsten ist (neben Beobachtung und Gesprächen, also dem „Tagesgeschäft des Scrum Masters“) das Tool „Moving Motivators“ einzusetzen.

Hiermit können wir sehen welche (Motivations)Werte die Person hat und ob diese durch die aktuelle Situation bedient oder unterdrückt werden. Aus dem Ergebnis können dann gemeinsam Maßnahmen in Richtung Änderung abgeleitet werden.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit durch echte Wertearbeit (Systemisches Wertecoaching) in einer Kurzzeittherapiesitzung die Werte herauszuarbeiten. Dafür nutze ich gerne meine Wertetabelle als Grundlage.

Außerdem: Die Werte einer Person zu kennen, zum Beispiel des Vorgesetzten oder eines Entscheidungsträgers, hilft ungemein weiter im Berufsalltag. Wenn wir ein Vorhaben oder bestimmte Ziele so verpacken,  dass die Werte dieser Person bedient werden, können wir dadurch in der Regel mit Ihrer Unterstützung rechnen.

FAZIT

Ein guter Scrum Master kennt die Werte jedes einzelnen seiner Teammitglieder. Dies ist natürlich mit viel Arbeit verbunden, aber genau so etwas macht einen guten Scrum Master aus. Einfach nur das Framework zu kennen ist einfach nicht genug um ein Team effektiv zu unterstützen und es zu langfristiger „high performance“ und Zufriedenheit im Beruf zu führen.

SCHLUSSWORT

Natürlich sind „Moving Motivators“ und die „Wertearbeit“ nur ein kleiner Teil von Lösungsansätzen im Umgang mit „schwierigen“ Teammitgliedern. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehlen wir den Besuch des Seminars „Scrum Master 2.0 (R)“

(c) 2019 AML

Warum Agilität in Unternehmen so schwer zu etablieren ist (ein Erfahrungsbericht)

Tipps für die Einführung von  Agilität & Scrum

Warum Agilität in Unternehmen so schwer zu etablieren ist (ein Erfahrungsbericht)

Ich arbeite nun schon seit 2012 als Agiler Trainer, Scrum Master & Scrum Coach mit und für mittelständische und große Unternehmen in Deutschland und Österreich. Dabei ging es in erster Linie um die Einführung von agilen Frameworks wie Scrum, Kanban oder LeSS, oder die Optimierung bereits vorhandener agiler Prozesse und Vorgehensweisen.

Ich bekomme von Auftraggebern immer wieder die Frage wo denn eigentlich so die großen Stolpersteine in der „Agilisierung“ liegen. Und aus diesem Grund habe ich nun diesen Artikel verfasst.

Was benötigt es um Agilität in einem Unternehmen erfolgreich zu etablieren?

Um Agilität erfolgreich in einem Unternehmen zu etablieren sind die drei unten angeführte Punkte ZWINGEND notwendig, sonst bleiben Kanban, Scrum & Co leere Hüllen, oder Tool-Sammlung die mehr administrative Arbeit als vorher erzeugen. Und  am Ende hört man dann Sätze wie „Agilität ist ja nix für unser Unternehmen, das passt nicht zu uns“.

Folgende Themen sind also unverzichtbar für den erfolgreichen Einsatz von agilen Frameworks und agilen Prozessen:

  1. Ein Top-Management das Agilität nicht nur von den Mitarbeitern verlangt, sondern vor allem auch vorlebt
  2. Gute Kommunikation und Transparenz
  3. Hohes Selbstvertrauen aller Beteiligten und den Mut Dinge anzugehen, ohne sich durch wochenlanges Risikomanagement und Planungen in trügerischer Sicherheit zu wiegen. (Seien wir mal ehrlich: Egal wie minutiös wir planen, es kommt ohnehin immer anders als berechnet. Und wann weiß ich ob etwas geklappt hat? Erst nachdem ich es getan habe!)

Das war es auch schon. Aber jeder dieser Punkt, wird er nicht umgesetzt und gelebt, torpediert Agilität massiv.

Ich persönlich erlebe immer wieder das Firmen, die beispielsweise Scrum und/oder Knaben einführen wollen, an den selben Symptomen leiden, allem voran dem (Miß)Verständnis von Agilität.

Ich erläutere jetzt gerne die oben angeführten drei Punkte etwas genauer:

Top-Down, nicht Bottom-Up!

Agilität ist eine (Geistes)Haltung und keine Tool-Sammlung.  Jeder Mensch kann auch ohne PostITs, Visualisierung, Backlogs, Retrospektiven und Daily-Events agil sein. Die Frameworks dienen jedoch dazu alles auf eine für alle Beteiligten gemeinsame Ebene zu heben und im beruflichen Kontext einzusetzen.

Agilität zeigt sich also im Verhalten. Und das kommt im Unternehmen am wirksamsten an, wenn es „von Oben“ vorgelebt wird. Daher nützt es wenig wenn, wie ich es heute oft erlebe, das Management Agilität anordnet aber selber an den klassischen Vorgehensweisen und Prozessen festhält. Denn: Klassische Prozesse und agile Prozesse passen oft nicht zusammen. Um klassische Prozesse bedienen zu können, behindern wir oft die agilen Vorgehensweisen und umgekehrt.

In der Realität sieht es so aus, das ein „Bottom-Up“ Ansatz gelebt wird. Das bedeutet, in den Abteilungen werden zuerst agile Teams gebildet, Rollen verteilt, agile Coaches  auf die Firma losgelassen und dann vom Management erwartet, dass in kürzester Zeit mehr Effektivität und Qualität, mit den selben Mitteln wie bisher, generiert wird.

Der richtige Ansatz wäre ein „Top-Down“ Vorgehen. Agilität wird zuerst in der Führungsebene eingeführt und das so gewonnene Wissen und die Erfahrung  genutzt, langsam Agilität „nach unten“ sickern zu lassen. Andernfalls wird es heftige Abstossreaktionen geben die die Performance und Weiterentwicklung der agilen Prozesse und Vorgehensweisen behindern oder sogar verhindern.

Transparenz- und Kommunikationsbalance herstellen!

Durch die Transparenz die mit der Agilität einhergeht werden alle klassischen Prozesse und Vorgehensweisen, die an die „agile Welt“ anschliessen, ebenfalls transparenz. Miß-Management, verschleppte Liefertermine oder Ressourcenengpässe werden gnadenlos ans Licht geholt. Und das ist manchmal nicht gewollt, was Wiederstände gegen Agilität auf den Plan ruft.

Jedoch ist  diese „Prozessdurchleuchtung“ durchaus als Chance zu verstehen. Agilität kann ein perfektes Mittel sein um als Inputgeber für sinnvolle Prozessoptimierungen herzuhalten.

Transparenz herzustellen klappt ganz gut wenn wir uns in der ersten Zeit diszipliniert an die Vorgaben agiler Frameworks wie Scrum halten. Aber auch hier ist es eine große Herausforderung die richtigen und wichtigsten Informationen zur Verfügung zu stellen, das alles in der idealen Form, also klar verständlich und anknüpfungsfähig und das alles auch noch den richtigen Mitarbeitern und Kollegen.

Und  Transparenz ist eine „Holschuld“, keine „Bringschuld“ was wiederum eine fortge-schrittene  „agile Reife“ der Beteiligten voraussetzt. Jeden mit Tonnen von Informationen zu überschütten die Ihn nicht interessieren, ist da kontraproduktiv.

Agilität setzt auf Kommunikation und ergebnisoffene Dialoge. Aber wir wissen alle: Was wir meinen und was beim anderen ankommt, ist oft sehr unterschiedlich. Wir mißverstehen uns und daraus resultieren ungefähr 80% unserer Konflikte. Gute Kommunikation ist also eigentlich eine Sache für Profis und selbst die tun sich schwer damit.

Die Sache mit dem Selbstvertrauen

Funktionierende, gelebte Agilität ist pures Selbstvertrauen. Und mal ehrlich: Jemand der in der klassischen Welt Karriere gemacht hat und immer weiter aufgestiegen ist, will meistens gar nicht das die Mitarbeiter zu viel Selbstvertrauen haben. Es passt doch nicht ins Weltbild wenn man seinen Mitarbeitern plötzlich erlaubt Dinge selber in die Hand zu nehmen die man bisher immer persönlich entschieden hat. 

Und aus Sicht vieler Mitarbeitet wäre man ja auch doof wenn man plötzlich Verantwortung übernimmt bezüglich Themen die bisher immer ganz bequem vom Chef erledigt wurden. Man könnte ja eine auf den Deckel bekommen wenn es nicht klappt.

Wir machen das seit 30 Jahren so!

All diese Themen entstehen aus dem was wir gewohnt sind, dem „command-and-control“-System, welches wir seit mehreren Jahrzehnten in den Firmen leben. Nun plötzlich kommt die Anweisung dies alles aufzubrechen und agil zu werden, was dem „Prozess-gibt-vor-was-zu-tun-ist-und-Chef-nickt-ab“-Prinzip total widerspricht.

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer war es immer schon so, das sie eine Job haben der „aushaltbar“ ist. Immerhin müssen Sie ja davon leben und nix ist perfekt im Leben. Das macht zwar keinen glücklich, aber ist eben der tägliche Broterwerb. Und mit Zufriedenheit oder Spaß an der Arbeit tun wir uns daher schwer. Denn unser Empfinden ist es, das Spaß und Arbeit ja irgendwie nicht zusammenpassen. Daher bleiben wir lieber in alten, gewohnten und vermeintlich sicheren Fahrwassern.

Aber das die Welt sich in den letzten Jahren, auf Grund der Globalisierung und des Zusammenwachsens der internationalen Märkte, wo ein Kunde alles und sofort haben kann und blitzschnell zur Konkurrenz wechselt wenn er etwas nicht gleich von uns bekommt, geändert hat, dürften viele noch nicht begriffen haben.

Also

Agilität ist in vielen Deutschen und Österreichischen Unternehmen aktuell nicht leicht umzusetzen, aber wenn wir das Abenteuer trotzdem mutig angehen, werden wir merken das Arbeit nicht nur tatsächlich Spaß machen kann, sondern das unser Unternehmen mit der Zeit viel schneller und flexibler auf die Anforderungen der Märkte und im Endeffekt des einzelnen Kunden (dann Märkte bestehen ja daraus, das vergessen wir immer ganz gerne mal) 🙂 reagieren kann.

Diesen Artikel können Sie auch als Pdf-Datei hier downloaden.
Shortlink: https://kurzelinks.de/bql8

(c) 2019, AML

Seminar „Scrum Master 2.0“ (R)

Seminar: Scrum Master 2.0 (R) („Scrum-Master Reloaded“)

Du willst als Scrum Master arbeiten, bist vielleicht schon Scrum Master oder hast sogar schon die Zertifizierung? Du kennst das Scrum Framework und merkst in der Arbeit mit deinem Team das dies einfach nicht reicht? Du willst Methoden, Tools & Vorgehensweisen kennen lernen um deine und die Soft-Skills deines Teams weiter zu entwickeln?

Dann bist du in diesem Seminar genau richtig. Wir setzen da an, wo die reine Theorie des Scrum- Framework endet und die eigentliche Arbeit des Scrum Masters beginnt.

Inhalte:

  • Rollenschärfung Scrum Master
  • Richtig kommunizieren im Alltag/Job
  • Agile Games situativ korrekt einsetzen
  • Agiles Moderieren
  • Grundlagen Coaching
  • Richtiges Visualisieren & Einsatz von Gebrauchsgrafik
  • Konfliktfelder erkennen & Lösungen ableiten
  • Motivation von Teams und einzelnen Teammitgliedern
  • Wertearbeit
  • Work/Life Balance & Umgang mit Stress lernen
  • Weitere Themen werden nach Bedarf der Teilnehmer hinzugenommen…

Deine Vorteile:

  • Der Seminarleiter („agile trainer“) kommt aus der Praxis: Seit sechs Jahren Scrum Coach & Scrum Master in der Privatwirtschaft
  • Kleine Seminargruppen (4 – 8 Personen)
  • Geballtes Wissen wird durch agile Methoden in kurzer Zeit vermittelt
  • Du nimmst eine Menge Wissen, Vorgehensweisen & agile Tools mit
  • Zertifikatsurkunde für das Absolvieren des Kurses

Teilnehmerkreis & Voraussetzung:

  • Kenntnis des Scrum Frameworks (keine Scrum Schulung!)
  • Personen die als Scrum Master arbeiten wollen, oder
  • Personen die bereits als Scrum Master arbeiten

Kosten: (1-Tagesseminar) Euro 390,— (zzgl. 19% MwSt.)
Seminarort: Berlin
Seminarsprache: Deutsch
Termine:

  • Sonntag, 04.08.2019 (AUSGEBUCHT)
  • Montag, 14.10.2019 (AUSGEBUCHT)
  • Samstag, 26.10.2019 (AUSGEBUCHT)

Weitere Termine auf Anfrage.

(c) 2019 IhreVeraenderung.de

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Tipps für angehende Scrum-Master: Das „Daily Scrum“-Event

Können Sie sich erinnern, was Sie vor ein paar Tagen gegessen haben? Oder vor einer Woche oder einem Monat? Wir erinnern uns nur an die außerordentlich köstlichen (oder außerordentlich schlecht schmeckenden) Mahlzeiten.

Aber alle waren wichtig, auch wenn wir uns nicht an sie erinnern. Denn wenn wir keinen von ihnen gegessen hätten, wären wir jetzt nicht am Leben. Ebenso schadet es nicht, ab und zu eine Mahlzeit zu verpassen. Wenn Sie dies jedoch häufig genug tun, verlieren Sie langsam an Gewicht und werden schwächer.

In diesem Sinne sind tägliche Scrums, die „daily standup events“, wie Essen: Sie spielen eine entscheidende Rolle, um den Entwicklungsprozess des Scrum-Teams gesund zu halten. Für manche Menschen ist diese „agile Mahlzeit“ jedoch ein nicht gut schmeckendes Gericht. Manchmal kann sich das Daily lästig, unnötig oder unangenehm anfühlen, und Sie würden es lieber ganz überspringen.

Hier sind einige Einwände, die Sie möglicherweise von Mitgliedern des Scrum-Teams oder sogar vom Management in Bezug auf das tägliche Scrum hören könnten:

„Es ist langweilig. Die Tätigkeiten an denen anderen arbeiten, haben nichts mit meiner Arbeit zu tun. Die interessieren mich ja gar nicht.“:

Aber: Das daily scrum event  ist ein Weg, um alle über das, woran alle anderen arbeiten, auf dem Laufenden zu halten. Dies ist wichtig, um ein funktionsübergreifendes Team aufzubauen. Die Teammitglieder erfahren auch, wie die Arbeiten, an dem sie arbeiten, in die Arbeiten anderer Personen passt. Dies ist besonders wichtig, wenn nicht alle Teammitglieder an demselben Projekt arbeiten.

Und selbst wenn sie an völlig unterschiedlichen Anwendungen arbeiten, können die Probleme, mit denen die einzelnen Teammitglieder konfrontiert sind, gemeinsame Merkmale aufweisen. Wenn Peter hört, dass Andrea, ein Junior-Teammitglied, mit einem Problem zu kämpfen hat, das sie zu beheben weiß, kann sie diese Gelegenheit nutzen, um Andrea zu coachen.

„Entwickler sprechen bereits den ganzen Tag miteinander. Dafür brauchen wir kein tägliches Treffen. „:

Die spontanen Unterhaltungen, die während des Tages stattfinden, sind in der Regel „Tagesgeschäft“ im Scrum: Peter hat einen Compilerfehler. Michael benötigt einige Informationen von Andrea, bevor er eine Schnittstelle definieren kann. Peter kann nicht herausfinden, warum eine Datei fehlt und so weiter. Sie konzentrieren sich auf die Behebung sofortiger Probleme, während das daily scrum event eher ein taktisches Planungstreffen ist in dem der Status der Arbeit aus dem aktuellen Sprint besprochen wird.

Es ist keine Besprechung zur Problemlösung, sondern eine Besprechung, bei der der Staus bekannt transparent gemacht und Probleme die unsere Arbeit behindern oder verhindern  (impediments) bekannt gegeben werden. Das Team findet so heraus wer blockiert ist und wer helfen kann.

„Dies ist doch nur eine Statusbesprechung. Die Zeit können wir uns sparen um zu arbeiten“:

Ja, Entwickler teilen ihren Status. Aber das ist wie sich zu beschweren, dass Sie einatmen müssen, um zu atmen. Wenn das daily scrum event nur aus der Beantwortung der drei Fragen besteht, was ich getan habe / was ich tun werde / was mich behndinert und nichts anderes, dann ist es in der Tat nur eine Statusbesprechung.

Aber genau wie Sie nicht atmen können, indem Sie nur einatmen und niemals ausatmen, wird Ihr daily scrum event  nicht wirken, wenn die gesamte Kommunikation die vom Entwickler kommt zurückgehalten wird. Es handelt sich bei dem täglichen event  um ein Meeting, bei dem für die Tagesarbeit im Scrum schwerwiegendere Probleme auftreten können, wenn niemand etwas kommentiert oder weitere Fragen stellt.

„Es ist ineffektiv oder unhöflich, wenn Sie niemanden außer Entwicklern daran teilnehmen lassen.“:

Das daily scrum ist. losgekoppelt von den technischen Details, ein Meeting auf höherer Ebene, aber nur für kurze Zeit. Wenn das Team das so sieht, sind sie möglicherweise weniger geneigt, auf „fremde“ Teilnahme zu bestehen. Und mit einer 15-minütigen time-box  bleibt ohnehin nicht viel Zeit für andere Personen, um effektiv teilzunehmen.

Daily Scrum zu haben ist wie eine gesunde Ernährung. Möglicherweise möchten Sie dies nicht immer tun, und einige der Mahlzeiten sind möglicherweise langweilig oder gelegentlich ausgesprochen schlecht schmeckend, aber Sie können sie nicht überspringen. Sie sehen möglicherweise keine unmittelbaren negativen Auswirkungen bei Nicht-Einhatung, und die Leute sind möglicherweise sogar glücklich darüber.

Dies wird jedoch die Beweglichkeit und den Zusammenhalt des Teams im Laufe der Zeit beeinträchtigen. Ebenso kann es natürlich einige Zeit dauern, bis sich positive Effekte durch das daily manifestieren, aber sie helfen auf jeden Fall dem Team sich zu verbinden und ein höheres Leistungsniveau zu erreichen

(c) AML 2019

Der Agile Podcast – Scrum und Agilität in der Praxis

Der Agile Podcast - Scrum und Agilität in der Praxis

Willkommen zu meinem "Agilen Podcast"

Ich werde an dieser Stelle in unregelmässigen Abständen neue Folgen meines "Agilen Podcasts" veröffentlichen. Es geht dabei um die praktische Umsetzung von Agilität und Scrum im IT- und Wirtschaftsumfeld in mittleren und großen Firmen. Aktuell sind rund 62 Folgen geplant...

Folge 1 - Wer ich bin und warum ich diesen Podcast produziere

Folge 2 - Warum in Deutschland plötzlich so viele Firmen agil werden wollen

Folge 3 - Was bedeutet Agilität?

Folge 4  Das agile Manifest - Regel Nummer 1

Folge 5  Das agile Manifest - Regel Nummer 2

Folge 6  In Vorbereitung: Das agile Manifest - Regel Nummer 3

Folge 7  In Vorbereitung: Das agile Manifest - Regel Nummer 4

Folge 8  In Vorbereitung: In Vorbereitung; Agile Frameworks

Folge 9  In Vorbereitung: Das agile Mindset

Folge 10  In Vorbereitung: Der agile Manager - Kontrolle von komplexen Systemen

Folge 11  In Vorbereitung: Softskills und Agilität

Folge 12  In Vorbereitung: Allgemeines zu SCRUM

Folge 13  In Vorbereitung: Projektdurchführung - Agil oder klassisch?

Folge 14  In Vorbereitung: Agile Werte in SCRUM

Folge 15  In Vorbereitung: Die drei Säulen von SCRUM

Folge 16  In Vorbereitung: Die Rolle des Product Owner Teil 1

Folge 17  In Vorbereitung: Die Rolle des Product Owner Teil 2

Folge 18  In Vorbereitung: Die Rolle des Scrum Masters Teil 1

Folge 19  In Vorbereitung: Die Rolle des Scrum Masters Teil 2

und viele mehr in Kürze...

 

Viel Spaß beim zuhören!
Sollte es Fragen, Kritik oder Anregungen geben, schreibt mir bitte an podcast@ihreveraenderung.de.

 

(c) 2019 Dr. Alexander M. Loitsch, powered by IhreVeraenderung

Die 9 besten Tipps für erfolgreiche Product-Owner…

Diese Hinweise habe ich aus meiner mehrjährigen Erfahrung als Scrum-Coach, durch die Zusammenarbeit mit vielen Product-Ownern, gesammelt...

1 - Stelle dich gut mit Deinem Scrum-Master

Denke immer daran das die Hauptaufgabe des Scrum-Masters darin besteht, dem Team dabei zu helfen das umzusetzen, was du als Product-Owner umsetzen willst. Daher ist es absolut wichtig zum Scrum-Master einen sehr guten „persönlichen Draht“ zu haben.

Der Scrum-Master ist so etwas wie der Sport-Mediziner in einem Fußballteam. Er kann beurteilen wie gesund das Team ist und welche Behandlungen durchzuführen sind wenn es mal im Team zu Problemen kommt. Und er hat die Möglichkeit die einzelnen Teammitglieder gesundheitlich so aufzubauen, dass sie mehr Leistung erbringen können (velocity), dabei Spaß haben und trotzdem gesund bleiben um ein „High-Performance-Team" zu werden.

2 - Kenne Deine Stakeholder

Ein selbstorganisiertes, agiles Team mit einem guten Product-Owner und einem guten Scrum-Master hat die Fähigkeit einen großen Teil der „politischen Machtspielchen“ innerhalb Ihrer Arbeit zu eliminieren.

Um das Team dabei am besten zu unterstützen, solltest du als PO deine Stakeholder sehr gut kennen und ein gutes Verhältnis zu Ihnen haben. Verstehe Ihre Standpunkte und Perspektiven. Mach dir klar was sie brauchen, welche persönlichen und beruflichen Ziele sie haben und priorisiere immer nach IHREN Wünschen, nicht nach Deinen persönlichen Vorlieben.

3 - Sei keine Führungskraft

Du führst Dein Team nicht, du bist Teil des Teams! Natürlich kannst du dich über Gruppenentscheidungen hinwegsetzen, eigene Entscheidungen im Alleingang treffen und alles einfach umpriorisieren. Aber das wiederspricht der agilen, teamorientierten Arbeitsweise in Scrum.

Du hast weder die Kontrolle über das Team, noch solltest du versuchen sie zu erlangen. Du bist ein „servant leader“, genauso wie der Scrum-Master.

4 - Vermeide Micro-Management

Schlechte Product-Owner denken dass Ihr Projekt schneller erledigt wird wenn sie jeden Schritt Ihres Teams choreografieren. Das klappt aber so leider nicht. Das Team muss sich selber entwickeln können indem es sich selbstorganisiert. Das geht aber nur wenn du als PO einen Schritt zurücktrittst und Platz machst um die Entwicklung auch zuzulassen.

5 - Tu nicht so als wüsstest du alles

Fakt ist: Das Team weiß immer mehr über die Arbeit als du. Nimm dich also zurück, höre auf das Team und vertraue den Schätzungen; denn sie machen die Arbeit!

Je mehr du Vertrauen in das Developer-Team hast, umso entspannter kannst du dich auf deine eigentliche Arbeit konzentrieren und diese fördert dann wiederum die Arbeitsweise des Teams. Also ein „positiver Teufelskreis“.

6 - Niemals Meetings (Events) zum Selbstzweck!

Für jedes Treffen von dem du denkst das du es unbedingt durchführen musst, solltest du dir folgende Fragen stellen: Brauchen wir (als Team) dieses Event oder will ich es nur aus persönlichen Gründen? Was soll erreicht werden und was hat das Team davon? Gibt es keine andere Möglichkeit außer jetzt alle zusammen zu holen und diese Zeit von der eigentlichen Arbeitszeit zu subtrahieren?

7 - Respektiere die Time-Box. Immer! Ohne Ausnahme!

Das „time-boxing“ wurde aus einem guten Grund erfunden: Es gibt Planungssicherheit, d.h. jeder weiß wie lange ein Event genau dauert und wieviel Zeit dann noch für die eigentliche Arbeit bleibt. Und es lehrt das Team auf den Punkt zu kommen und nicht abzuschweifen (Fokussierung!). Die wirklich wichtigen Dinge treten dabei in den Vordergrund und werden betrachtet, die unwichtigen ausgelagert.

8 - Nutze deine Scrum-Toolbox

Als Product-Owner stehen dir viele Werkzeuge zur Verfügung. Für den aktuellen Status das Sprintboard (Kanban-Board), für Messungen und Vorhersagen die Burn-Down Charts, das Story-Mapping oder die Velocitywerte des Teams. Dein Scrum-Master hat sicher noch viel mehr auf Lager.

But: The best tool in your belt is your Scrum-Master. 🙂

9 - Klärung, Klärung, Klärung

Den Hauptteil deiner Zeit als PO solltest du mit der Klärung von Fragen und (noch nicht)  transparenten Themen verbringen. Kläre mit den Stakeholdern was sie wirklich wollen, kläre mit dem Team ob Ihm genau bekannt ist was die Stakeholder wollen. Kläre mit dem Scrum-Master wie der Status der „Teamgesundheit“ ist und was du persönlich machen kannst um das Team noch besser zu unterstützen. Kläre mit dem Management wie die vom Team in der Retrospektive gewünschten Änderungen ehestmöglich umgesetzt werden können, etc…

Denke immer daran: Unklarheiten fressen wertvolle Ressourcen auf!

-- AML 2018 --